Erdbeere – feine Frucht aus heimischem Garten

Erdbeeren - von Frank Widmer, by Roland Hartmann
Erdbeere: Eigentlich keine Beere sondern ein Rosengewächs.

Auch wenn hier noch nicht Saison ist: Die Import-Erdbeeren stehen schon in jedem Supermarkt-Regal. Wer warten kann, soll sich noch zwei bis drei Monate Gedulden, dann kommen die einheimischen. Wer schon heute Lust auf die roten Beeren hat, der hat hier etwas zur «Vorfreude».

Die Erdbeere ist ein süsses Früchtchen das jeder kennt. Eine Beere, die aus botanischer Sicht gar nicht zu den Beeren gehört, gibt es schon seit der Steinzeit und wurde im 18ten Jahrhundert zur Gartenerdbeere entwickelt. Heute gibt es rund 20 Arten.

Erdbeeren - Vorrat - Frank Widmer, by Roland Hartmann
Der Winter-Vorrat kann eingelagert werden.

Es ist ja nun nicht so, dass nur wir Menschen die Erdbeere kennen und schätzen, vom Igel bis zu den Vögeln und Ameisen – alle versuchen sich ein Stück dieser Nascherei zu ergattern wenn sie schön reif sind.

Als Kinder gab es bei uns in der Umgebung das «Erdbeeri-Land». Damals etwas ganz Spezielles, denn man konnte einfach auf diesen Hof und mit einem Körbchen unter dem Arm Erdbeeren pflücken, direkt auf dem Feld, soviel man wollte und zum Schluss einfach auf die Waage gestellt und den Preis per Kilo bezahlt. Ein Kindertraum, denn niemand hat gezählt oder gewogen wie viele beim Pflücken in unseren Mägen landeten.

Zu Hause angekommen wurde gebacken, Desserts gemacht und gegessen was das Zeug hielt! Tja nur war – wie so oft – der Appetit der Augen grösser als der, der in den Magen gepasst hat….

Heute sind Erdbeeren das ganze Jahr erhältlich. Dies wahrscheinlich, weil sie so schön aussehen und nicht weil sie immer süss sind. Sie riechen zwar sehr gut, aber zu Hause kommt dann die Enttäuschung, wenn man sich so eine Erdbeere zu Gemüte führt: Null Geschmack. Bei geschlossenen Augen könnte das irgend etwas sein, dass da gerade gegessen wird.

Das bringt mich wieder einmal zum Punkt: Muss denn das sein? Für die, die sich jetzt sagen, schon wieder so ein Moral-Apostel der alles besser weiss… Ich weiss wie die «Winter-Erdbeeren» schmecken, denn auch ich lass mich natürlich ab und zu dazu hinreissen, ein Körbchen in der Nicht-Saison zu kaufen. Es sieht einfach «gluschtig» aus.

Falls Sie Kinder haben – oder auch für sich selbst, kochen sie sich doch eine Konfitüre aus den übrig gebliebenen Erdbeeren. Sie werden sehen, wie gut das schmeckt – an einem Winter-Sonntag auf einem Stück frischen Zopf und alle am Tisch werden sagen, weisst Du noch als wir letztes Jahr die Erdbeeren gekocht haben?

Bei uns zu Hause läuft das auf jeden Fall genau so ab und die Kinder (und auch die Erwachsenen) sind stolz auf ihr Stück «Sommer» dass sie für das ganze Jahr konserviert haben

Ich habe ein sehr einfaches Rezept notiert, das immer funktioniert und inklusive Rüsten der Erdbeeren vielleicht eine halbe Stunde dauert. Ich verzichte gezielt auf Zutaten wie Chili und all die speziellen Beigaben, es soll einfach und gut sein. Es ist auch nicht gerade für Diabetiker gemacht. Aber alle, die ein ausgefalleneres Rezept möchten können sich gerne bei mir melden. In diesem Sinne, wünsche ich gutes Gelingen und vor allem viel Spass im Winter.

Rezept Erdbeer-Konfitüre

1          Kg       Frische Erdbeeren

0,75    Kg       Gelierzucker

2          Stk      Vanillestangen

je nach Grösse 6-8 Einmachgläser

Die Erdbeeren rüsten und waschen und dann etwas abtropfen lassen.

In einer Schüssel die Erdbeeren mit dem Mixer pürieren.

Den Gelierzucker in einen Topf geben.

Die Vanillestangen längs aufschneiden und zusammen mit dem ausgekratzten Mark zum Zucker geben.

Das Erdbeer-Püree dazu geben, aufkochen und 3-4 Minuten sprudelnd kochen lassen, danach in die sauberen Einmachgläser füllen und heiss verschliessen.

Und schon ist ihr Vorrat an Erdbeerkonfi bereit.

 

Frank Widmer

Frank Widmer ist im Jahr 1972 geboren. Schon als Zehnjähriger war ihm klar, dass er einmal Koch werden wird. Nach seinem Lehrabschluss 1990 ging es zur Armee um danach die Welt zu erkunden und soviel wie möglich zu sehen und zu lernen. Seine Stationen waren die grossen Hotels und Küchen in Österreich, Deutschland, USA, Mexiko, Katar, Kuwait, Kasachstan, Aserbeidschan, Südafrika, Jordanien, Ägypten, Polen, Japan und kehrte danach vor ein paar Jahren wieder zurück in die Schweiz.

Heute ist er Executive Chef im Park Hyatt Zürich, unter anderem Prüfungsexperte für Köche, Kochbuch-Autor, Honorary Chef of Nova Scotia (Kanada), und weltweit gern-gesehener Gastsprecher bei Foodfestivals oder speziellen Gastro-Events. Frank Widmer wohnt seit 2004 mit seiner Familie in Jona.