Jakarta: grösste Stadt Südostasiens – und trotzdem wenig bereist.

by Roland Hartmann. Jakarta, Hauptstadt Indonesiens mit rund 30 Millionen Einwohner
Jakarta, Hauptstadt Indonesiens mit rund 30 Millionen Einwohner

Warum nach Jakarta reisen? Städte wie Singapur oder Kuala Lumpur können mit Sehenswürdigkeiten, Ausgangsmeilen oder Einkaufs-Tempeln auftrumpfen. Doch wer etwas Neues kennenlernen und dazu noch Geld sparen will, für den lohnt sich ein Zwischenstopp in der 30-Milionen-City: Wer aus der Schweiz nach Bali reist, kann bis zu 50% der Kosten einsparen, wenn die Reise einfach nach Jakarta gebucht wird. Von dort kann über eine Lokal- oder Billig-Fluggesellschaft der Weiterflug nach Denpasar-Bali für 30 bis 50 Franken organisiert werden. Und schon wird die Traumdestination auch weit unter CHF 1’000.00 angeflogen.

Jakarta ist ein Moloch! Es hat die gefühlt-grösste Verkehrsdichte von ganz Asien. Die Stadtentwicklung kommt mit der Bevölkerungsdichte einfach nicht klar – und alles entwickelt sich rasant. Keine U-Bahn und ein bescheidener öffentlicher Verkehr. Es werden neue Schnellstrassen gebaut und der neue Flughafen wird doppelt so gross. Die City will die wirtschaftliche Entwicklung aufholen, welche andere Metropolen, wie zum Beispiel Bangkok, in den letzten Jahren bereits durchgemacht haben. Und die vielen neuen zugewanderten, internationalen Firmen unterstützen das natürlich, denn es werden dadurch viele neue Arbeitsplätze im Billig-Lohnland Indonesien angeboten. Die Stadt wird aufgrund der flachen Topographie und überlasteten Kanalisation alljährlich in der Monsunzeit stark überflutet. Jedes Mal werden dadurch Tausende obdachlos – doch in Asien wird das relativ gelassen hingenommen. Die indonesische Bevölkerung besteht aus 86% Muslime, 10% Christen und 4% Hindus oder Buddhisten. Trotzdem wird der Islam in einer sehr gemässigten und moderaten Form gelebt. Genau aus diesem Grunde ist Indonesien kein offizieller Moslem-Staat.

Wer hier viel Kultur und schöne Bauwerke sehen will, der wird enttäuscht. Es gibt nicht wirklich bekannte Sehenswürdigkeiten. Im Taxi durchs Finanzvierte fahren oder den Unabhängigkeitsplatz mit dem Nationaldenkmal «Monas» anschauen: War’s das bereits?

Selbstverständlich gibt es viele «lokale» Quartiere die einen speziellen Charm haben. «Kemang» zum Beispiel entwickelt sich länger je mehr als Hot-Spot für Expats, mit vielen internationalen In-Lokalen und sich ständig verbesserter Infrastruktur.

Ein Abstecher lohnt sich auch zu einem sehr symbolischen Ort: Nur durch eine Strasse bzw. 50 Meter getrennt stehen die grösste Mosche Indonesiens «Istiqlal» (von einem Katholiken entworfen, Bauzeit 17 Jahre, sie bietet Platz für 120’000 Gläubige) und eine der grössten katholischen Kirchen Indonesiens, die «Jakarta Cathedral» aus dem Jahre 1829. Der frühere grosse Reformer und Präsident Sukarno wollte im Jahre 1954, dass sich die Religionen miteinander austauschen können.

by Roland Hartmann: Wer das Baugesetz nicht einhält, riskiert ein zerstörtes Haus
Wer das Baugesetz nicht einhält, riskiert ein zerstörtes Haus

Leider ist die Korruption in Indonesien sehr verbreitet und all-gegenwärtig. Die Regierung führt hier einen etwas aussichtlosen Kampf, zum Teil mit ganz speziellen Mitteln. Wer zum Beispiel die Baufortschriften nicht einhält, muss damit rechnen, dass sein Haus mit der Abrissbirne demoliert wird und mit grossen roten Schildern gekennzeichnet wird. Oft wird dann halt einfach ein paar Monate später wieder neu aufgebaut.

Erwähnenswert ist Ancol im Norden der Stadt. Ein 137 Hektaren grosses Viertel ist nur der Unterhaltung gewidmet. Der grösste Vergnügungspark Südostasiens ist eine Mischung zwischen Disneyland und Rummelplatz – mit Themenparks, Theater, Konzerthallen, Wasserpark, Schwimmbad, Botanischer Garten, Golfplatz und Yachthafen. Von hier aus erreicht man auch die Kurz-Feriendestination Nummer Eins der Einheimischen:

by Roland Hartmann Idealer Stop-Over für den Bali-Urlaub
Idealer Stop-Over für den Bali-Urlaub

Rund 45 km nördlich der Stadt befinden sich 145 Inseln, die sogenannten Tausend Inseln «Kepulauan Seribu». Hier können wunderbare und preisgünstige Kurzferien gemacht werden – doch wer einen Fünf-Stern-All-Inklusive-Urlaub sucht, findet den noch nicht (Ende 2015 entstehen die ersten 5-Sterne Hotels). Hier wird indonesischer Standard angeboten.

Auch wenn die Kriminalität in dieser Stadt sehr hoch ist – Jakarta muss erlebt werden. Klar sollte die Rolex zu Hause gelassen werden. Doch wer als Europäer nicht protzt, sondern einfach mit etwas Zurückhaltung auf die Einheimischen zugeht, erlebt eine zuvorkommende und noch nie erlebte Gastfreundschaft und ist mit der von z.B. Bali nicht zu vergleichen. In Jakarta sind die Menschen um vieles herzlicher. Dem Touristen werden viele Türen und Toren geöffnet.

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Roland Hartmann. Er ist seit Ende der 80er-Jahre aktiv in der Kommunikationsbranche. Er arbeitet in den verschiedensten Bereichen des Marketings und der Werbung und berät Kunden auch im Bereich Internt, Social-Media, Datenbanken, SEO-Optimierungen und APP-Entwicklungen.

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