Gibt es nun doch ein Tunnel unter dem Seedamm?

Tunnel Rapperswil-Jona Roland Hardy Hartmann
Wann geht es von Rapperswil nach Pfäffikon unter dem See durch?

Vergangene Woche startete der Kanton St. Gallen eine neue Machbarkeitsabklärung zu einem Tunnel zwischen Hurden (Kanton Schwyz) und dem Hüllistein in Rapperswil-Jona. Damit wird ein neues Kapital in der Rapperswil-Umfahrung aufgeschlagen.
Ganz neu ist das Thema nicht. Auch diese Variante wurde in den diversen Phasen der Verkehrsentlastungsprojekten diskutiert. Auch wenn die Gegner eines Tunnels bisher behauptet haben, aufgrund der Beschaffenheit des Bodes unter dem Zürichsee könne kein Tunnel mit vernünftigem Mitteleinsatz erstellt werden, will die Stadt Rapperswil-Jona endlich das Zentrum vom Durchgangsverkehr entlasten. Im April 2014 hatte der Stadtrat von Rapperswil-Jona dem Kanton St. Gallen seine Strategie zur Mobilitätszukunft vorgelegt.

Damit wurde dem Kanton eine Variante zur Prüfung übergeben und jetzt startet das Tiefbauamt eine erste Machbarkeitsabklärung. Diese soll aufzeigen ob dies baulich, umweltrechtlich und finanziell überhaupt realisiert werden kann. Vor allem die Kostenschätzung ist eine unabdingbare Voraussetzung, um als Bauprojekt ins Strassenbauprogramm des Kantons aufgenommen zu werden. Die Studie soll anfangs 2016 vorlegen.

Ein Stadttunnel zwischen Hurden und Hüllistein
Im Vordergrund steht die Variante «Stadttunnel lang». Diese hat Version hat die Stadt unter Beteiligung der Bevölkerung bereits 2013 und 2014 erarbeitet. Der Tunnel soll in Hurden starten und unter dem See und der Stadt Rapperswil durch beim Anschluss Hüllistein an die A53 angebunden werden. Ein Anschluss wird in Jona und ein weiterer Seitenarm soll nach Kempraten führen. Falls dieser «Stadttunnel lang» nicht realisiert werden kann, werden bauliche Alternativen ins Auge gefasst. Stadt und Kanton arbeiten hier eng zusammen.

Das Tiefbauamt des Kantons St.Gallen hat diese Woche den Auftrag zur Durchführung der Machbarkeitsabklärungen öffentlich ausgeschrieben. Die Vergabe erfolgt im selektiven Verfahren. In einem ersten Schritt können sich alle interessierten Anbieter bewerben. In einem zweiten Schritt werden jene Anbieter, welche die Eignungskriterien am besten erfüllen, zur Einreichung einer Offerte eingeladen. Verläuft das Vergabeverfahren planmässig, so sollen die Arbeiten im Herbst des laufenden Jahres starten. Erste grobe Hinweise zur Machbarkeit sollen bis Anfang 2016 vorliegen.

Mit diesem «Vorwärts auf Start» gibt es eine neue Ausgangslage. Damit wird aber die Diskussion der verschiedenen Pro- und Kontraparteien selbstverständlich von Neuem begonnen. Soll ein Tunneleingang im Umweltschutzgebiet Hurden gebaut werden? Ist die Beschaffenheit des Seebodens geeignet? Soll nicht besser ein zweiter Seedamm von Wurmsbach nach Wangen gebaut werden? Sind Kreisel nicht eine bessere Alternative? Oder der Seedamm soll ganz weg und damit wird automatisch weniger Auto gefahren… So oder so, man darf gespannt sein. Der Kanton wird zusammen mit der Stadt Rapperswil-Jona zum geeigneten Zeitpunkt über die Resultate und Arbeiten informieren.

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Roland Hartmann. Er ist seit Ende der 80er-Jahre aktiv in der Kommunikationsbranche. Er arbeitet in den verschiedensten Bereichen des Marketings und der Werbung und berät Kunden auch im Bereich Internt, Social-Media, Datenbanken, SEO-Optimierungen und APP-Entwicklungen.