Erstes ROCK THE RING Hinwil – da will ich hin!

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Weiss immer noch zu Begeistern: Deutscher Rock-Opa Peter Maffay

Erstes ROCK THE RING Hinwil – da will ich hin!

Toll, endlich ein grosses, rockiges Open-Air in der Nähe. Der Autobahnkreisel in Hinwil ist aber auch das absolut perfekte Gelände für so ein Event und ich war freudig überrascht, als ich im Frühling 2014 zum ersten Mal vom geplanten Anlass hörte. Das 3-tägige Line-Up hat vieles versprochen und am liebsten hätte ich gleich drei Tage durchgebucht…

Woodstock hatte ich zwar aufgrund meiner Geburt knapp um ein Jahr verpasst, doch als Jugendlicher der 80er-Jahre habe ich während meiner Post-Teenagerzeit dutzende von Schweizer Open-Airs besucht. Das alljährliche Schlamm-Waten in St. Gallen und das stetige Helga-Rufen sind noch in bester Erinnerung. Oder eine Woche Ferien am Paléo-Festival – tagsüber am Genfersee in der Badi, am Abend zwischen den drei Bühnen an den verschiedensten Konzerten und die ganze Nacht lang Jam-Sessions auf dem Zeltplatz. Früher war halt alles noch anders: Jeder öffnete einfach seine eigene Bar am Wegesrand (en klöpfte Tequilla für 2 Stutz) und so dauerten die Wege bis zum eigenen Zelt immer länger. Auch war man als Openair-Besucher damals Selbstversorger war. Von den Sandwich, Bratwurst inkl. Feuerholz aber auch das Bier im Fass oder der Harass Wein musste selber mitgeschleppt werden – es verstand sich von selbst, dass da nichts mehr nach Hause mitgenommen werden wollte. Trotzdem lief alles sehr geregelt und friedlich ab, es brauchte weder Umweltschützer noch viel Alkohol-Prävention. Altglas wurde bereits damals zum grossen Teil entsorgt anstelle rumgeworfen.

Doch wie sieht das ganze heute aus? Die Veranstalter haben natürlich gelernt und nutzen heute alle Einnahmequellen aus. Getränke mitnehmen: Verboten! Dafür lädt eine ganze Ess-Meile mit Spezialitäten aus aller Welt zum Verweilen ein. Die Pirates-Bar war sogar mit fahrenden Barwagen im Publikum unterwegs. Von der Dannemann-Promotion mit Gratis-Zigi-Müsterli bis zu Zweifel-Crack-Snack-Testern: Alles war vorhanden. Mit der leeren Verpackung konnte sogar Sofortpreise gewonnen werden – auch ein super Abfallkonzept. Mir als Marketing-Mensch gefallen natürlich solche sympathischen Auftritte der grossen Firmen.

Einziger Wermutstropfen: 2 Franken Gebühr um vor einem Toi-Toi-WC anzustehen. Wenigstens hatte es dort einen Türsteher, der das freie Häuschen vor dem Besuch kurz inspizierte und desinfizierte – immerhin.

Doch wer kommt schon wegen dem Rahmenprogramm, wenn es ein solch tolles Line-Up gibt? Gut, die am Sonntag aufgetretenen Bands gehörten zum grossen Teil der Ü60-Fraktion an – das merkte man auch den Besuchern an, waren doch viele auch nicht mehr die Jüngsten und zum Teil mit den eigenen Kids unterwegs. Dass es gerade der Sonntag sein sollte, verdanke ich übrigens meinem Sohn Silas – als Belohung dass es ihm für die Zuweisung in die Sekundarschule gereicht hatte, durfte er auswählen wann wir ans Open-Air gehen. Freitags mit Unheilig, Samstags mit Gotthard und Bryan Adams – doch die Wahl fiel auf Sonntag – nur wegen ZZ Top… und mein Junge ist ja noch nicht mal 14! Warum also in aller Welt ZZ Top? Vielleicht war es auch nur der Titelsong der Serie Duck Dynasty.

Die Konzerte waren schlicht genial – einfacher und schnörkelloser «Solid Rock»:

THE TREATMAN: Schlichter, melodiöser, solider Britsh-Rock. Toll.

CHINA: Was, die gibt es noch? Föhnfrisuren-Schweizer-Rock aus den 80er – aber mehr als einer der Gitarristen ist wohl nicht mehr von der Original-Besetzung.

BLACK LABEL SOCITY: Viel Gitarren, laut und viele Haare – nicht so mein Ding, aber visuell war’s cool.

KROKUS: Ein «Thank-You» an die wohl besten Schweizer Rockband aller Zeiten. Schön, dass von Arb und von Rohr wieder seit ein paar Jahren gemeinsam auf der Bühne sind. Rock it forever!

PETER MAFFAY: Ja der alte Herr kann immer noch rocken. Und zum Schluss trotzdem noch etwas Schlager-Schmusesound: Über 7 Brücken musst du geh’n….

ZZ TOP: Drei Männer mit einem Sound für den andere Bands 5 bis 6 Leute brauchen. Texas-Blues-Rock vom Feinsten.

Das Gelände war ideal für so einen Anlass und ich hoffe aufs nächste Jahr. Das Datum ist bereits reserviert.

Roland Hardy Hartmann

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Roland Hardy Hartmann ist seit ende der 80er-Jahre aktiv in der Kommunikationsbranche. Er ist Geschäftsführer der Firmen Diagonal GmbH marketingagentur.ch, Jona und marketingagentur.ch AG, Zürich. Gleichzeitig ist er seit 2006 verantwortlicher Messeleiter der WIR Messe Zürich, die jeweils im November in den Hallen der Messe Zürich in Oerlikon stattfindet. Als Social-Media-Spezialist schreibt er für verschiedene Kunden- und Auftragsprojekte. In seinem eigenen Blog veröffentlicht er eigene Artikel und ausgewählte Auftragsarbeiten.